Slatin Quellen

GEMEINDE BENEDIKT

Slatin Quellen

Über den Reichtum an Mineral- und Thermalwässern in der Steiermark schrieben bereits verschiedene Autoren seit dem Ende des 16. Jahrhunderts. Die älteren Autoren beschrieben vor allem den medizinischen Wert dieser Quellen. Eine systematische Übersicht der ältesten Artikel zum Thema Mineralwässer in der Steiermark lieferte Ciril Šlebinger (1932). Aus der Übersicht ist ersichtlich, dass sich insbesondere österreichische Geologen im 19. Jahrhundert sehr gerne mit der Erforschung der Mineralwässer in der Steiermark beschäftigten. Šlebinger gibt in derselben Abhandlung auch einen Überblick über die Mineralquellen in der Steiermark. Diese teilt er in mehrere Gruppen:

  • Gleichenberger Gruppe, die auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich liegt und die tektonische Einheit des Grazer Beckens umfasst,

  • Slowenisch-hügelländische Gruppe, zu der Šlebinger neben den Zentralen und Östlichen Slowenischen Hügeln auch die Quellen im Oberen und Unteren Murtal sowie teilweise im Prekmurje (Petanjci) zählt,

  • Gruppe der steirischen Thermal-Linie, zu der er die Thermal- und Säuerlinge rechnet, die entlang der Labot- und Šoštanj-Verwerfung auftreten und sich auf beiden Seiten der Vitanjer Karawanken von Topolšica bis Rogaška Slatina erstrecken,

  • Posavje-Gruppe (Rimske Toplice).

In den Slowenischen Hügeln erwähnt Šlebinger Mineralwasserquellen in Plitvice, Spodnji Ivanjci, Poliče (wo es einst sogar sieben Quellen gegeben haben soll), Spodnja Ščavnica, Ihova, Stavešinci, Očeslavci, Okoslavci, Grabonoš, Negova, Benedikt in den Slowenischen Hügeln, Negova, Spodnji und Zgornji Žerjavci sowie Lormanj. Er erwähnt auch das Vorhandensein einiger kleinerer Quellen, geht jedoch nicht auf deren genaue Lage ein. Als Kuriosum nennt er eine Säuerlingsquelle am Stavešinski Vrh, die von den Einheimischen „Slepica“ (Henne) genannt wird, da sie angeblich einen Vogel, der über die Quelle flog, erblindet haben soll (Šlebinger, 1932).

Spätere geologische Untersuchungen haben gezeigt, dass das Gebiet der Slowenischen Hügel eine der größten Temperaturanomalien in den Erdschichten darstellt. Während man in Österreich den Reichtum an Mineral- und Thermalquellen schon seit Jahrhunderten nutzt, entwickelte sich auf unserer Seite nur das Heilbad Radenci sowie einige kleinere Bäder, während kleinere Mineral- und Thermalquellen bis vor kurzem nicht genutzt wurden. Erst in jüngster Zeit entstanden einige Untersuchungen, die gezeigt haben, dass das große Potenzial der Mineral- und Thermalwässer als zusätzliche Aktivität im touristischen Angebot genutzt werden könnte.

Eines der besser erforschten Gebiete ist die Umgebung von Benedikt in den Slowenischen Hügeln (im Folgenden Benedikt), die mit ihrem Potenzial gute Möglichkeiten für die Entwicklung eines kleineren Erholungs- und Kur-Tourismus bietet.

Träger der Mineralwässer im Gebiet der Gemeinde Benedikt sind tertiäre Sedimente aus dem Miozän (sarmatische Stufe). Die Mineralwässer in diesen Sedimenten befinden sich in geringen Tiefen bis zu 100 m. Aufgrund der geringen Tiefe überschreitet die Wassertemperatur nicht 20 °C. Die Sand-Aquifere sind wenig durchlässig und erlauben keine Förderung größerer Mengen Mineralwasser. Die tieferen Teile der tertiären Sedimente aus dem älteren Miozän (Helvet) sind bereits so stark verfestigt, dass sich dort Kluftporosität entwickelt hat. Diese Schichten könnten nach Einschätzung der Geologen einen geothermischen Aquifer darstellen, der für eine Nutzung geeignet wäre. Nach den Erfahrungen anderer Quellen in Nordostslowenien kann man aus diesen Vorkommen eine Ergiebigkeit zwischen 0,5 und 5 l/s erwarten. Eine Ausnahme stellt die Cafova-Säuerlingquelle dar, wo man 1973 bei Probebohrungen Mineralwasser mit einer Ergiebigkeit von 4 l/s und einer Temperatur von 19 °C förderte. Die Tiefe des Bohrlochs betrug 67 bis 127 m. Nach Abschluss der Versuche stabilisierte sich die Ergiebigkeit der Cafova-Säuerlingquelle auf 0,2 l/s (Možnosti zajemanja termalne vode…, 1997).

Wie bereits erwähnt, treten im Gebiet der Slowenischen Hügel sehr große Temperaturanomalien in der Tiefe auf. Dies zeigt sich auch in einem hohen geothermischen Gradienten.

Die chemische Zusammensetzung der Mineralwässer hängt von der mineralogischen und petrographischen Zusammensetzung des geothermischen Aquifers und der darunterliegenden Schichten ab. Das Geologische Institut Ljubljana entnahm im Bereich von drei Bohrungen – Helena, Pavla und Ana – Proben aus der Tiefe des sarmatischen Aquifers. Der Säuerling Helena ist relativ gering mineralisiert. Der Verdampfungsrückstand beträgt 700 mg/l. Am stärksten vertreten ist das Calcium-Kation, gefolgt von Magnesium, Natrium und Kalium. Unter den wichtigsten Anionen finden sich Hydrogencarbonat, Chlorid und Sulfat. Das Wasser aus dem Helena-Säuerling kann man als Calcium-Magnesium-(Natrium)-Hydrogencarbonat-Typ bezeichnen. Der Säuerling Pavla enthält etwas mehr Calcium-Ionen, während die Konzentration der Magnesium-Ionen etwas geringer ist. Es gibt mehr Hydrogencarbonat, die Konzentrationen von Chlorid- und Sulfat-Ionen sind geringer. Auch das Wasser aus dem Pavla-Säuerling könnte man als Calcium-Magnesium-(Natrium)-Hydrogencarbonat-Typ bezeichnen. Der Säuerling Ana ist mit der tiefsten Bohrung erschlossen, wodurch sich bereits Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung zeigen. Der Anteil des führenden Calcium-Kations nimmt zu, auch der Natrium-Anteil steigt deutlich an. Ebenso zeigt sich ein Anstieg der Kalium-Ionen und des Hydrogencarbonats, während der Gehalt an Chlorid abnimmt. Das Wasser aus dem Ana-Säuerling gehört zum Calcium-Natrium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Typ (Geotermalne raziskovalno-kaptažne vrtine…, 1999).

Die Prognosen der geologischen Untersuchungen zeigen, dass im Gebiet ausreichende Mengen Thermalwasser für die Bedürfnisse eines kleineren touristisch-erholungsorientierten Zentrums gewonnen werden könnten.

Text aus dem Sammelband der Gemeinde Benedikt
Autor: Igor Žiberna

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