Grabhügel Benedikt

GEMEINDE BENEDIKT

Grabhügel Benedikt

Die Gegend von Benedikt, eine freundliche Welt der Hügel, der zauberhaften Täler und des Einzugsgebietes der Bäche Ročica und Drvanja im Herzen der Slovenske gorice, war schon in der Vergangenheit ein Zentrum lebendigen historisch-kulturellen Geschehens. Aus diesem Gebiet kennen wir die größten Grabhügelfelder in Slowenien (Trotkova, Trstenik, Benedikt, Spodnja Ročica und Ločki vrh), römische Siedlungsreste (Drvanja, Ihova, Trotkova und Obrat) sowie den weltweit bekannten Fund von 26 bronzezeitlichen Negauer Helmen aus Ženjak.

Die Helme faszinieren Fachleute im In- und Ausland noch heute – sowohl wegen ihrer gemeinsamen Bestattung als auch vor allem wegen der Inschriften. Gefunden wurden sie im Jahr 1811 von Jurij Slaček auf seinem Gutshof in Ženjak. Von dort gelangten sie nach Maribor zu dem Büchsenmacher Denzl, weiter nach Graz in das Joanneum-Museum und schließlich nach Wien in das „Kabinet für Numismatik und Altertümer“. So ist heute von den 26 entdeckten Helmen nur ein einziger im Nationalmuseum in Ljubljana erhalten geblieben – als Erinnerung an einen der bedeutendsten Funde in Slowenien. Die bronzenen Negauer Helme, die in die Zeit zwischen 450 und 350 v. Chr. datiert werden – also in die Epoche, in der die Hallstattkultur endet und die Latènekultur beginnt – weisen neben Spuren von Schwerthieben auch Inschriften auf. Die für die Wissenschaft interessanteste lautet: HARIGASTI TEIVA III IL, was so gedeutet wird: Harigast, Angehöriger eines germanischen Stammes, weiht oder opfert dem Gott Teiva Helme – eine Inschrift mit rein weihebezogenem Charakter. Trotz zahlreicher Versuche, die Helme anderen historischen Epochen, insbesondere der römischen, zuzuordnen, erwiesen sich diese Annahmen als unmöglich oder unplausibel. Daher können die Negauer Helme nur der Eisenzeit angehören.

Grabhügel Benedikt
Grabhügel Benedikt
Grabhügel Benedikt

Die ersten Berichte über Forschungen im Gebiet von Benedikt stammen bereits aus dem Jahr 1900, als der Benedikter Pfarrer F. Zmazek den Altertumsgräber Kaplan F. Vrbnjak sowie Kaplan J. Mund erwähnt, welcher die aus den Grabhügeln ausgegrabenen Funde im Jahr 1903 dem Museum des Historischen Vereins Maribor schenkte. Systematische Untersuchungen und die Veröffentlichung fachlicher Berichte begannen jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich 1957 der Kustos und Archäologe des Regionalmuseums Maribor, Stanko Pahič, gemeinsam mit dem Lehrer Vladko Lorber aus Cerkvenjak auf eine topographische Erhebung der archäologischen Denkmäler in den Slovenske gorice begab. In den folgenden Jahren beteiligten sich auch Studenten des Archäologischen Instituts der Universität Ljubljana. Alle diese Berichte und wissenschaftlichen Publikationen bildeten schließlich die Grundlage für die Herausgabe der Archäologischen Karte Sloweniens im Jahr 1975.

In neuerer Zeit begannen in den Jahren 2002 und 2003 Ausgrabungen des Grabhügels 2 in Benedikt mit dem Ziel, die zeitliche Zugehörigkeit des Grabhügelfeldes festzustellen. Die Ausgrabungen wurden mit Teilnehmern der archäologischen Gruppe des Jugendforschungslagers »Ščavnica 2002« begonnen und im Jahr 2003 dank des Engagements von Bürgermeister Milan Gumzar und mit Unterstützung der Gemeinde Benedikt abgeschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass der Grabhügel aus der Römerzeit stammt, aus dem 1. und der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. In ihm war eine Frau bestattet, die sich mit der Weberei von Leinen beschäftigte. Der Hügel liegt zudem auf der Siedlungsfläche einer vorgeschichtlichen Ansiedlung, die in die frühe Eisenzeit, etwa zwischen 750 und 650 v. Chr., datiert wird. Wichtig ist, dass mit der Gestaltung des Grabhügelfeldes und der Anbringung von Informationstafeln am Grabhügel 2 in Benedikt das archäologische Denkmal in der Natur einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt wird. So wird der Ort durch die Einbindung archäologischer Denkmäler in pädagogisch-bildnerische Programme stolz mit seinem Erbe aufleben. Der Jugend bietet sich die Möglichkeit, dieses kennenzulernen und zu bewahren, denn nur jenem Volk, das seine Vergangenheit kennt und mit ihr lebt, braucht sich nicht vor der Zukunft zu fürchten.

Text aus dem Sammelband der Gemeinde Benedikt
Autor: Ivan Tušek

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Čolnikov trg 5, 2234 Benedikt

Ptuj35min
Maribor30min
Ljubljana1h 30min

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