Kirche Hl. Mihael

Gemeinde Žetale

Kirche Hl. Mihael

Inmitten des Žetaler Beckens, das durch tektonische Verschiebungen entstanden ist, erhebt sich auf einem Hügel die Pfarrkirche des hl. Mihael. In der Mitte des 15. Jahrhunderts befand sich hier eine gleichnamige Haufensiedlung namens „Michelsdorf“ bzw. „Micheldorf“ oder Michaelisdorf. Die Kirche besteht aus drei Hauptteilen: dem Glockenturm, dem Schiff und dem Presbyterium. Ihre baulichen Unterschiede zeigen deutlich, dass die Kirche nicht in einem Zug errichtet wurde, sondern in mehreren Bauphasen entstanden ist. Der genaue Zeitpunkt ihrer Errichtung lässt sich schwer bestimmen, da aus einem Fragment eines Kaufbriefes aus dem Jahr 1298 nicht hervorgeht, ob Hartnid von Pettau (Ptuj) das Dorf mit oder ohne bereits bestehende Kirche erworben hat. Aufgrund der Weihe an den hl. Michael ist es sogar möglich, dass die Kirche schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes Žetale bestand – vermutlich an einer Stelle, an der sich vor der Ausbreitung des Christentums ein heidnisches Heiligtum befand.

Für das heutige steinerne Erscheinungsbild wird allgemein das Jahr 1450 angenommen, das in die Mauer des Presbyteriums eingemeißelt ist und wahrscheinlich den Abschluss eines Bauabschnittes – vermutlich des Presbyteriums – bezeichnet. Das gotische Erscheinungsbild der Kirche wurde nach der Entweihung und Verwüstung durch die Türken in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut und erneuert. Von 1532 – nach dem verheerenden Zug des Sultans Suleiman und seines Heeres bis nach Wien – bis 1622 war die Kirche so entweiht, dass keine Gottesdienste darin stattfanden. In dieser Zeit wurde sie gründlich renoviert: Das Kirchenschiff wurde wahrscheinlich auf seine heutige Länge verlängert, der Turm erbaut und ein Taufstein aufgestellt, wie eine Inschrift mit der Jahreszahl 1623 belegt. Bei der nächsten größeren Bauphase wurde das Kirchenschiff erhöht und eingewölbt, große Fenster wurden eingebaut, sodass das Schiff heute ein barockes Aussehen hat.

Aus den Visitationsprotokollen des Erzbischofs Karl Mihael Graf von Attems aus Görz geht hervor, dass die Kirche früher fünf Altäre besaß, von denen heute drei erhalten sind. Der Hochaltar ist dem hl. Mihael geweiht. Vom barocken Altar, den Erzbischof Attems beschrieben hat, ist nur noch die zentrale Figur erhalten; die Seitenaltäre, die der hl. Katarina und der Darstellung Mariens (Mariä Lichtmess) gewidmet sind, bestehen noch. Der entfernte Altar des hl. Anton befand sich an der Stelle, an der sich heute die Grotte der Muttergottes von Lourdes befindet, während der Altar des Heiligsten Leibes Christi an der nördlichen Wand des Kirchenschiffs stand – wann er entfernt wurde, ist nicht bekannt. Die Kanzel ist aus Holz und barock, sie befindet sich an der Nordseite des Schiffs. Die Kirche des hl. Mihael ist zudem mit Malereien im Gewölbe des Kirchenschiffs geschmückt sowie mit gebrauchten Orgeln aus den Niederlanden, die von Anton Jenko aus Šentvid bei Ljubljana umgebaut und aufgestellt wurden.

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Žetale 3, 2287 Žetale

Maribor37 min
Ptuj23 min
Ljubljana1 h 37 min