
Die Puh-Cimprača mit dem Gedenkraum des weltbekannten Erfinders Janez Puh steht in seinem Geburtsdorf Sakušak bei Juršinci in den Slowenischen Hügeln (Slovenske gorice). Mit volkskundlichem Erbe, Archivmaterial und Museums-Exponaten werden sein Leben und sein Wirken im Bereich der Verkehrsmittel und Motorentechnik vorgestellt. Janez Puh war Erfinder und Visionär, Fabrikant und Unternehmer. Für das Puh-Museum sorgt der Verein der Landsleute von Janez Puh.
Das Puh-Museum ist eine Cimprača, ein Winzerhaus, wie sie einst üblich waren. Es ist mit Stroh gedeckt und hat kleine Fenster. Die Haupträume der Cimprača – vor allem die Küche und die „Hiša“ (Wohnstube) – sind eingerichtet, darin sind zahlreiche volkskundliche Gegenstände ausgestellt: Handmühlen, ein Brotbackofen, eine Zimmermannstruhe, ein Gebetseck und andere. Sie veranschaulichen die Zeit, in der Janez Puh aufwuchs und sich bildete. Die Cimprača erinnert stark an das Anwesen, in dem Janez Puh geboren wurde. An der Stelle, an der einst Puhs Geburtshaus stand – Sakušak 79 –, befindet sich heute ein modernes Wohnhaus mit einer eingelassenen Gedenktafel.



Janez Puh (1862–1914) erlernte das Schlosserhandwerk und bildete sich fachlich in Österreich und Deutschland sowie im Militärdienst bei der Artillerie weiter. 1885 ließ er sich dauerhaft in Graz nieder; bei den Meistern Luschneider und Albl reparierte er unbequeme und gefährliche Fahrräder (genannt „Mišolin“) und setzte dabei seine konstruktiven Verbesserungen um. 1889 machte sich Puh selbständig, gründete das Unternehmen „Styria Werke“ und baute das Fahrrad mit dem Namen „Styria“. Dieses erzielte in den Jahren 1893–1895 bei internationalen Rennen hervorragende Ergebnisse und gewann das berühmte Rennen von Bordeaux nach Paris. 1899 kauften Werner und Puh eine alte Mühle im Süden von Graz; dort begann die erste Fabrikproduktion von Fahrrädern, die den Grundstein für das heutige Unternehmen Steyr-Daimler-Puch (Magna) legte. 1901 verließ das erste Motorrad mit Benzinmotor die Puh-Werke. Puh selbst hat das Fahrrad als Fahrzeug zwar nicht erfunden, aber er verbesserte es durch seine eigenen Erfindungen und Patente; 19 seiner Patente sind bekannt.
Die Exponate im Puh-Gedenkraum stammen aus der Ausstellung des Historischen Archivs in Ptuj mit dem Titel Janez Puh, Johann Puch, der Mann, der die Welt auf den Kopf stellte, kuratiert von Mag. Kristina Šamperl Purg, die 1999 im Dominikanerkloster in Ptuj gezeigt wurde. Dazu gehören Fotografien und verschiedene Dokumente, Pläne, Plakate und anderes. Ausgestellt sind auch ein Zweizylinder-Motorrad von 1906, zwei Puh-Herrenräder aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg (eines davon von 1911), zwei Damenräder von Puh aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg usw.
Die Cimprača, in der sich der Gedenkraum befindet, brannte bereits zweimal ab (2000 und 2004). Der Verein der Landsleute von Janez Puh restaurierte das gesamte Museum 2005 durch freiwillige Arbeit seiner Mitglieder und mit Hilfe von Sponsoren; im Keller hat er auch seine Vereinsräume. Der Verein zählt etwa 300 Mitglieder aus 38 slowenischen Gemeinden und besitzt eine große Sammlung von historischen Motorrädern und Automobilen. Neben der Verwaltung und Promotion des Puh-Museums hat er sich zum Ziel gesetzt, das technische Erbe einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

